Smolensk: Polnische TU-154 stürzt im Nebel beim Landeanflug ab
Geschrieben von: Dieter Walch
Nach allen bisher vorliegenden Informationen herrschte zum Zeitpunkt des Absturzes um 10:50 Ortszeit dichter Nebel über dem Militärflughafen in Smolensk bei einer Temperatur von knapp über 0°C.
Satellitenbilder des Zeitraumes vor bis kurz nach dem Absturz zeigen eine Hochnebeldecke, die sich von Süden her nach Smolensk bewegte, sich dabei aber allmählich auflöste. Der Unfall soll nach den vorliegenden Informationen durch eine Kollision mit Baumwipfeln an einem bewaldeten Hang verursacht worden sein. Da zum Zeitpunkt des Unfalls der Wind aus Südost wehte, muss der Hang westlich des Flugplatzes liegen, denn der Landeanflug wird in diesem Fall aus West erfolgt sein.
Der Radiosondenaufstieg (bitte anklicken) von Smolensk um 4 Uhr Ortszeit zeigt eine bodennahe Inversion, die durch Abkühlung am Boden entstand. Zwischen 760 und 730 hPa ist eine feuchte Schicht erkennbar, die auf den in den Satellitenbildern zu sehenden Hochnebel hindeuten. In dieser Schicht kann es bei Temperaturen um -6°C zu Vereisungen gekommen sein, die beim Landeanflug und den dabei herrschenden schlechten Sichten die einwandfreie Steuerung der Maschine beeinträchtigt haben. Erschwerend für die Piloten kam hinzu, dass der Flugplatz über kein Präzisionsanflugverfahren (ILS) verfügt.
Sollte das schlechte Wetter wirklich die Ursache für diesen tragischen Absturz mit 97 Toten sein, dann muss festgehalten werden, dass es nicht zu diesem wetterbedingten Absturz gekommen wäre, wenn die Landung um eine Stunde verschoben worden wäre!
