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Anflug A320 in Hamburg

(Dritte von vier meteorologischen Unfallanalysen, vorgetragen auf der 1. Business Aviation Safety Conference, München, 13.-14. Februar 2011)

Ein Airbus A320 geriet am 1. März 2008 gegen 12 Uhr in Hamburg bei der Landung auf RW 23 in starke Turbulenz. Nach dem Aufsetzen hob das Flugzeug wieder ab, geriet in abrupte Schräglage mit Bodenberührung des äußeren Endes der linken Tragfläche. Anschließend hätte die Maschine noch beinahe mit der rechten Tragfläche den Boden berührt.

Hätte dieser Vorfall vermieden werden können? Ich behaupte: "Ja"! Die Windangabe lautete:

280° 23kt mit Böen bis 37kt.

Unmittelbar vor dem Aufsetzen wurden übermittelt:

300° 33kt mit Böen bis 47kt.

Das Wetter war recht ungemütlich mit vielen Schauern und auch Gewittern. Das war richtig vorhergesagt und der Besatzung bekannt. Wie aus der Windmeldung zu ersehen ist, drehte der Wind bei Böigkeit auf WNW vor und die Böen wurden stärker. Schaut man sich die Vorhersage des Windfeldes in 900 hPa für 12z an (bitte anklicken), dann sieht man, dass der Wind in rund 800 m Höhe aus 310° mit 60 bis 70 kt blies.

Wegen der turbulenten Durchmischung und dem Reibungsverlust zum Boden hin musste also davon ausgegeangen werden, dass noch weitaus stärkere Böen aus WNW auftreten konnten.

Der Flughafen in Hamburg verfügt über 2 Landebahnen RW 05/23 und RW 15/33. Bei dieser Wetterlage wurde die RW 23 angeflogen. Geht man davon aus, dass die Windverhältnisse um die Mittagszeit relativ gleich bleiben sollten, musste man also damit rechnen, dass bei starken Böen und damit verbundenem Vordrehen des Windes die Querwind Komponente zunehmen musste.

Bei Benutzung der RW 33 wäre zwar die Querwind Komponente bei schwach böigem Wind höher gewesen als auf der RW 23, aber - und das ist entscheidend - bei stark böigem Wind hätte die Querwind Komponente abgenommen und es wäre sehr wahrscheinlich nicht zu diesem Vorfall gekommen.

Übrigens: Nach dem Durchstarten landete die Maschine problemlos auf der RW 33!

Accidents & Incidents

04. Mai

Eine KLM F70, auf dem Flug von Teeside, England, nach Amsterdam, landete außerplanmäßig in Norwich, England, weil ein Triebwerk ausgefallen war.

20. April

Eine Bhoja Air B737-200 stürzte beim Anflug auf den Flughafen von Islamabad, Pakistan, ab. Alle 127 Personen an Bord wurden tödlich verletzt. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten Starkregen und Hagel.

10. April

Ein Korean Air Flug von Vancouver, Kanada, nach Seoul, führte eine außerplanmäßige Landung auf dem Comex Valley Flugplatz, Vancouver Island, durch, nach einer telefonischen Bombendrohung. Es wurde keine Bombe gefunden.

04. April

Mehrere Passagiere eines Ryanair B737 Fluges von Bergamo, Italien, nach East Midland, England, erlitten Verletzungen, als der Kabinendruck plötzlich abfiel. Nach einem Notabstieg auf 20.000 ft landete die Maschine sicher in Frankfurt.

27. März

Der Copilot eines JetBlue Fluges von New York nach Las Vegas hinderte den Kapitän am Wiederbetreten des Cockpits, nach dem dieser durch wirre Reden und irrationales Verhalten eine Gefahr für den Flug bedeutete. Passagiere fesselten den Kapitän an einen Sitz, währenddessen der Copilot eine Notlandung in Amarillo, Texas einleitete. Der Kapitän wurde nach der Landung festgenommen.

22. März

Eine American Airlines B767, auf dem Weg von Dallas nach Paris, landete außergewöhnlich in Shannon, Irland, weil Rauch in der Bordküche entdeckt worden war.

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